Above the Fold
Above the Fold bezeichnet den Bereich einer Webseite oder Landingpage, den du siehst, ohne zu scrollen. Der Begriff stammt aus der Zeitungswelt: „above the fold“ war die obere Hälfte der gefalteten Zeitung am Kiosk – und dort standen die wichtigsten Schlagzeilen. Im Web gilt dasselbe Prinzip: Was oben steht, entscheidet, ob jemand bleibt oder abspringt.
Auf einer Landingpage ist der Above-the-Fold-Bereich deine erste und oft einzige Chance, den Besucher zu überzeugen. Hier muss sofort klar sein: Worum geht es, was habe ich davon, und was soll ich tun? Wer hier schwammig bleibt oder mit unwichtigen Infos startet, verliert Conversions – egal, wie gut der Rest der Seite ist.
Warum ist Above the Fold für Unternehmen wichtig?
Die meisten Besucher entscheiden in den ersten Sekunden, ob sie bleiben oder gehen. Was sie in diesen Sekunden sehen, ist der Above-the-Fold-Bereich. Hier musst du Vertrauen aufbauen, Relevanz zeigen und zum Handeln auffordern – sonst war dein Traffic umsonst. Gerade bei bezahlten Kampagnen, wo jeder Klick Geld kostet, ist ein schwacher Above-the-Fold-Bereich verschenktes Budget.
Noch kritischer wird es auf mobilen Geräten: Dort ist der sichtbare Bereich kleiner, die Aufmerksamkeit kürzer. Wer hier nicht auf den Punkt kommt, verliert. Ein guter Above-the-Fold-Bereich kombiniert klare Botschaft, starkes Motiv und einen deutlichen Call-to-Action – alles andere ist Beiwerk.
Beispiel: Above the Fold in der Praxis
Stell dir vor, ein Softwareanbieter schaltet Google Ads für ein neues Tool. Die Landingpage zeigt oben ein generisches Stockfoto, eine Überschrift „Willkommen bei uns“ und einen langen Fließtext. Ergebnis: Die meisten Besucher springen ab, weil sie nicht sofort verstehen, was das Tool kann und warum sie es brauchen. Die Conversion Rate liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Jetzt der Relaunch: Above the Fold steht eine klare Überschrift („Rechnungen schreiben in 2 Minuten“), darunter drei Vorteile als Stichpunkte, ein Screenshot des Tools und ein Button „Jetzt kostenlos testen“. Die Conversion Rate steigt deutlich – weil der Besucher sofort weiß, worum es geht und was er tun soll. Kein Rätselraten, kein Scrollen, kein Verlust.
Tipps für die Umsetzung
- Botschaft zuerst: Die Überschrift muss sofort klar machen, was du anbietest und welchen Nutzen es hat. Keine Floskeln, keine Kreativität um der Kreativität willen – Klarheit schlägt Originalität.
- Visuell führen: Nutze Visuelle Hierarchie, um den Blick zu lenken: Überschrift groß, wichtige Infos fett, Call-to-Action auffällig. Der Besucher soll nicht suchen müssen.
- Call-to-Action sichtbar: Der Button oder das Formular muss above the fold stehen – und zwar so, dass er nicht zu übersehen ist. Teste verschiedene Farben, Größen und Texte.
- Mobile testen: Schau dir an, wie deine Seite auf dem Smartphone aussieht. Oft ist der Above-the-Fold-Bereich dort viel kleiner – und genau dort verlierst du die meisten Besucher.
Wer tiefer in Conversion-Optimierung einsteigen will, sollte sich auch mit Heatmaps beschäftigen – sie zeigen dir, wo Besucher wirklich hinklicken und wie weit sie scrollen. Mehr zur Gestaltung von Landingpages erfährst du in unserem Beitrag Landingpage-Design: Erfolgsfaktoren für Conversions.
Was gehört alles in den Above-the-Fold-Bereich?
Überschrift, Nutzenversprechen, ein starkes Bild oder Video und ein Call-to-Action. Optional: Logo, kurze Unterüberschrift oder Social Proof. Alles andere kann darunter stehen – above the fold zählt nur das Wichtigste.
Wie groß ist der Above-the-Fold-Bereich?
Das hängt vom Gerät ab. Auf dem Desktop sind es meist 600 bis 800 Pixel Höhe, auf dem Smartphone oft nur 400 bis 500 Pixel. Teste deine Seite auf verschiedenen Bildschirmgrößen, um sicherzugehen.
Muss der Call-to-Action immer above the fold stehen?
Bei Landingpages: ja. Bei längeren Inhaltsseiten oder Blogartikeln kannst du ihn auch weiter unten platzieren – aber dann sollte above the fold zumindest klar sein, worum es geht und warum ich weiterlesen soll.
Kann ich auch mehrere Buttons above the fold haben?
Besser nicht. Ein klarer Call-to-Action funktioniert besser als mehrere Optionen. Wenn du verschiedene Zielgruppen ansprechen willst, teste lieber verschiedene Landingpages, statt eine mit zu vielen Buttons zu überfrachten.
Wie teste ich, ob mein Above-the-Fold-Bereich funktioniert?
Schau dir die Absprungrate (Bounce Rate) und die Verweildauer an. Wenn viele Besucher sofort abspringen, stimmt etwas nicht. Nutze A/B-Tests, um verschiedene Varianten zu vergleichen, und Heatmaps, um zu sehen, wo Besucher wirklich hinklicken.